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  • Hund im Alltag - Madlyn Drogoin

𝔼𝕡𝕚𝕘𝕖𝕟𝕖𝕥𝕚𝕜 - 𝔼𝕣𝕓𝕖 𝕠𝕕𝕖𝕣 𝕌𝕞𝕨𝕖𝕝𝕥?

Aktualisiert: 28. Jan.

Das Zeitalter der Epigenetik hat begonnen, denn erst die Genregulation bestimmt das Schicksal einer Zelle. Was heisst das genau und wo liegt der Bezug zur Zucht und zum Hundetraining?


Die DNA eines Lebewesens spielt in allen Bereichen eine Rolle, jedoch wird die DNA gesteuert und hier greift die Epigenetik. Sie schenkt der Zelle ein Gedächtnis, eine Sprache und eine Identität. Diese Faktoren werden wiederum vererbt. Zellen vererben nicht nur ihre Gene, sie vererben auch die Informationen, wie sie ihre Gene benutzen sollen. Epigenetik ist also kein Gegensatz sondern in vielerlei Hinsicht ein Geschenk.


Erbe, Umwelt und Vergangenheit bestimmen immer GEMEINSAM komplexe Merkmale wie Gesundheit und Persönlichkeit.


Angenommen man hat ein trächtiges Muttertier vor sich, so sieht man 3 Generationen: Das Muttertier, den Welpen und im Falle eines weiblichen Fötus bereits die angelegten Eizellen. Der Einfluss der Mutter (Genetik, Typus, Persönlichkeit) sollte in der Hundezucht immer doppelt gezählt werden, auch unter der Berücksichtigung, dass der Rüde in den meisten Fällen nicht vor Ort ist. Sehr bedeutungsvoll für die gesunde Verhaltensentwicklung ist die Frühphase des Lernens und hier wird bereits im letzten Drittel der Trächtigkeit der Grundstein für die emotionale Stabilität der Welpen gelegt.


In der pränatalen Phase sowie der Prägephase stellen sich nun im Hinblick auf Erbe, Umwelt und Vergangenheit folgende Fragen: Welche Erfahrungen haben die Mutterhündin und ihre Vorfahren gemacht? Wie vielen Stresssituationen war sie während der Trächtigkeit ausgesetzt? Kennen Züchter die Wohlfühlatmosphäre ihrer Hündin? Wie geht sie mit ihren Welpen um? Auf welche Aspekte legen Züchter und spätere Welpenkäufer in der Prägephase wert? Und was passiert bis zur 2. Phase der Sozialisierung im Hinblick auf die Gewöhnung an Umwelteinflüsse?


 

Was für die eine Hündin Stress ist, ist für die andere ein Wohlfühlfaktor. Eine stabile Mutter bedeutet grundsätzlich auch stabile Welpen. Zeigen viele Welpen die gleiche Reaktion auf einen Reiz kann man somit von einer Folge der Epigenetik reden. Erbe, Umwelt und Vergangenheit sind somit ein Spiegelbild der Mutterhündin und ihrer Vorfahren, der Qualität der Haltungsform des Züchters sowie des Trainings der zukünftigen Junghundebesitzer.


Hunde sind fähig, sich an die Umstände anzupassen. Lernen findet immer statt. Die Epigenetik ist dabei ein Geschenk, aber NIEMALS eine Ausrede. Sie bringt uns als Hundebesitzer, Züchter und Hundetrainer viel Potenzial für die Zukunft. Jedoch sind Traumata in der Vergangenheit, bei der Mutterhündin oder während der Aufzucht kein alleiniger Grund für Verhaltensauffälligkeiten, denn es ist immer ein Zusammenspiel aus Erbe UND Umwelt.


„Wir sollten aufhören zu ändern was wir sind und anfangen die Art zu ändern wie wir leben.“



Malinois Hündin mit Welpen
Hund im Alltag - Hundebetreuung & Verhaltensberatung | Madlyn Drogoin

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